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Herbstblues und Winterdepression – Millionen Deutsche sind betroffen

Im Herbst und Winter zeigt sich vermehrt ein psychisches Beschwerdebild, das uns eindrucksvoll vor Augen führt, wie abhängig unsere Stimmungslage von äußeren Einflüssen und Taktgebern ist. Die Rede ist von der saisonalen Depression, die auch als Herbstblues oder Winterdepression bekannt geworden ist. Gerade nach einem Supersommer, wenn die Tage dann unweigerlich wieder kürzer werden und es kalt, trüb und richtig ungemütlich ist, reagieren Menschen häufig mit Stimmungsschwankungen.

Sie werden melancholisch, sind müde, antriebsschwach und zeigen deutliche Symptome einer Depression, oft verbunden mit gesteigertem Hungergefühl und Gewichtszunahme. So sind in den letzten Jahren die herbstlichen Stimmungsschwankungen der Menschen auch zunehmend zu einem Thema des öffentlichen Interesses geworden. Wird bei Google das Stichwort „Herbstblues“ eingegeben, gibt es mehr als 100.000 Treffer. Ist das eine mediale Blase oder gibt es wirklich viele Menschen, für die saisonale Stimmungsschwankungen ein Problem sind?

Frauen leiden häufiger an saisonalen Stimmungsschwankungen als Männer

Dieser Fragestellung haben sich Psychiater aus der Schweiz, Deutschland und Dänemark angenommen und in einer über mehrere Jahre laufenden Beobachtungsstudie anhand von Interviews die Häufigkeit von Herbstblues und Winterdepression ermittelt. Danach leiden durchschnittlich gut 7% der Bevölkerung unter saisonalen Depressionen, die meisten davon aber nur einmalig in einem Winter. Für andere ist es jedoch ein Problem, das regelmäßig jeden Winter auftritt und einer Behandlung bedarf.

Auch ermittelten die Forscher, dass Frauen 5mal häufiger betroffen sind als Männer. Diese Zahlen auf Deutschland übertragen heißt, dass bei uns etwa 4-5 Millionen Menschen sporadisch oder regelmäßig betroffen sein könnten. Herbstblues und Winterdepression ist also ein psychisches Problem von gesellschaftlicher Relevanz. Die vielen Google-Treffer sind vor diesem Hintergrund verständlich.

Stellt sich noch die Frage, was gegen die saisonalen Stimmungsschwankungen getan werden kann. Sind die Symptome nicht allzu ausgeprägt, kann man durchaus dem Rat von Psychologen folgen und einfach in Ruhe und Gelassenheit abwarten und sich auf das nächste Frühjahr freuen. Wer das nicht möchte oder weil die Symptome zu belastend sind, der sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und es vielleicht mit einer Lichttherapie probieren. Oft helfen aber auch schon ausgiebige Spaziergänge, Wärme, gutes Essen oder ganz einfach Sozialkontakte.

Quelle: Wirz-Justice A et al. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2018 Jul 18. doi: 10.1007/s00406-018-0921-3. [Epub ahead of print]

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Rauchen kann tödlich sein – Selbst Thirdhand-Rauchen ist eine Gesundheitsgefahr

Rauchen kann tödlich sein. Das hat sich zwischenzeitlich rumgesprochen. Steht ja auch auf jeder Zigaretten-Packung. Aber nicht nur der Raucher selbst (Firsthand-Rauchen) ist gefährdet. Auch alle Passivraucher sind Gesundheitsgefahren ausgesetzt, obwohl sie selbst keine Zigarette in die Hand nehmen. Dies haben in den letzten Jahren eine Reihe von Forschungsarbeiten eindringlich vor Augen geführt.

So hat das auch als Secondhand-Rauchen bezeichnete passive Inhalieren von Zigarettenqualm grundsätzlich die gleichen schädlichen Folgen wie das aktive Rauchen. Damit aber nicht genug, selbst der Kontakt von Rauchrückständen an Kleidern und Einrichtungsgegenständen, der auch als Thirdhand-Rauchen bezeichnet wird, hat negative Folgen für die Gesundheit, speziell der von Kindern.

Kinder leiden unter Rauch und Rauchrückständen

Jeder der schon mal einen Raum betreten hat, in dem geraucht worden ist, weiß, wie unangenehm das riechen kann. Der sogenannte kalte Rauch hängt überall und ist auch durch intensives Lüften nicht weg zu bekommen. Dazu müsste der Raum einschließlich Teppich, Gardinen und Polstern gründlich gereinigt werden. Um diese als Thirdhand-Rauch bezeichneten Rauchrückstände geht es in einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit aus Spanien. Darin haben Kinderärzte und Lungenspezialisten Erkenntnisse über die Gefährlichkeit von Rauchrückständen für die Gesundheit gesammelt und analysiert, die sich im häuslichen Umfeld an Oberflächen, Kleidungsstücken oder Staub festsetzen.

Diese Rauchrückstände sind giftig und können über Mund, Schleimhäute und Haut aufgenommen werden. Was dann passiert, darüber geben in erster Linie Experimente mit Zellkulturen und Mäusen Auskunft. Die giftigen Rückstände schaden einzelnen Zellbestandteilen wie den Mitochondrien, sie behindern die Teilung von Stammzellen, schädigen die Leber und stören die Bildung von Blutgefäßen. Erwartungsgemäß, so haben zusätzlich auch Befunde bei Kindern ergeben, schädigen die Rauchrückstände auch den Atemwegen und der Lungenfunktion von Kindern und Erwachsenen.

Keine Auskunft geben die Studien bisher über Langzeitschäden der Rauchrückstände. Es ist aber zu erwarten, dass diese ähnlich wie beim Rauchen oder beim Passivrauchen gravierend sein könnten. Leider ist das Gesundheitsrisiko durch Thirdhind-Rauch bei den meisten Menschen noch relativ unbekannt. Rauchende Eltern von Kindern sollten sich darüber bewusst sein, dass es nicht nur genügt, in ihrer Gegenwart nicht zu rauchen. Kinder müssen auch vor den Rauchrückständen in verrauchten Zimmern und Autos geschützt werden.

Fazit: Über die Schädlichkeit von kalten Rauchrückständen in Räumen und Autos ist in der breiten Öffentlichkeit noch wenig bekannt. Sie können ähnlich wie das aktive oder passive Inhalieren von Rauch zu erheblichen Gesundheitsschädigungen führen. Vor diesem Hintergrund sollten Raucher ausschließlich im Freien rauchen, um die Gefahren für Nichtraucher zu reduzieren.

Quelle: Díez-Izquierdo A et al. Environ Res. 2018 Nov;167:341-371. doi: 10.1016/j.envres.2018.07.020. Epub 2018 Jul 11.

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Grippeimpfung schützt vor Grippe und senkt das Risiko für tödliche Folgeerkrankungen

Herbst und Winter stehen in den Startlöchern. Bald wird es wieder nasskalt und ungemütlich. Auch die Zahl der Erkältungen wird steigen, das ist sicher. Ob es in diesem Winter auch eine größere Grippeepidemie geben wird, kann keiner mit Sicherheit vorhersagen.

Das hängt von vielen Faktoren ab. Nicht nur von der Virulenz des aktuellen Grippevirus. Auch die Durchimpfung der Bevölkerung spielt eine Rolle, ob die saisonale Grippe epidemische Ausmaße annimmt. Je mehr Menschen sich impfen lassen, umso geringer ist die Chance des Grippevirus, sich großflächig zu verbreiten.

Grippe geimpfte leben länger

Primäres Ziel einer Grippeimpfung ist es immer, das individuelle Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Handelt es sich bei der Virusgrippe eben nicht um eine harmlose Erkältung, sondern um eine schwerwiegende Virusinfektion mit potenziell tödlichem Ausgang bei älteren und geschwächten Menschen. Deshalb wird bei uns in Deutschland allen Patienten mit chronischen Erkrankungen empfohlen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Gilt doch für diese Risikogruppe uneingeschränkt die Feststellung, dass nur derjenige sicher nicht an Grippe sterben kann, der auch nicht an ihr erkrankt.

Neben dem direkten Nutzen der Grippeimpfung bietet sie für chronisch Kranke auch einen bedeutenden Zusatznutzen. Verschiedene Studien aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass gegen Grippe geimpfte Menschen ein deutlich geringeres Risiko hatten, an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben, obwohl diese Erkrankungen nicht in direktem Zusammenhang mit der Grippe standen. Ergänzend konnten Forscher aus Kopenhagen aufzeigen, dass Menschen mit Bluthochdruck ein deutlich geringeres Sterberisiko aufwiesen, wenn sie gegen Grippe geimpft waren.

Fazit: Eine Grippeimpfung lohnt sich. Sie schützt nicht nur zuverlässig gegen Grippe, sondern reduziert auch das Risiko an Folgeerkrankungen zu sterben.

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Gesundheit

Bewegung – Gold in der Prävention

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In der heutigen Zeit ist es immer wichtiger gesund zu leben und zu bleiben. Doch viel zu Wenige tun etwas dafür. Eine erschreckende Statistik zeigt, dass nur ca 50% der in Deutschland lebenden Menschen regelmäßig zum Sport gehen. Mit fatalen Folgen: Rückenbeschwerden sind in der letzten Zeit zur Volkskrankheit Nummer 1 aufgestiegen. Die Möglichkeiten zur Vorbeugung solcher körperlicher Beschwerden sind jedoch durchaus einfach umsetzbar.

Was bringt Sport meiner Gesundheit?

Diese Frage zu beantworten ist ebenso einfach wie wichtig: Sport in den verschiedensten Formen, wie zum Beispiel Schwimmen, Wandern oder eine Teamsportart, wie Fußball, bringt den Körper dazu sich selbst wieder zu aktivieren und zu verbessern. Die Muskulatur wird gekräftigt und diese unterstützt dann immer besser den Bewegungsapparat.

Dazu ist nicht zwingend ein spezielles Krafttraining erforderlich, denn durch ständige Wiederholung, zum Beispiel durch regelmäßige Laufeinheiten, werden viele Körperregionen genutzt und dadurch gefördert. Das führt in der Anfangsphase des Trainingsbeginns dazu, dass der Sportler häufig Muskelkater in Bereichen hat, die er vorher nicht kannte. Schwimmen beansprucht zum Beispiel jede Muskelregion des Körpers ohne dabei den Knochenapparat zu belasten. Aus diesem Grund ist diese Sportart häufig für Reha-Maßnahmen in Gebrauch.

Neben der Kräftigung der Muskulatur durch kontinuierliche sportliche Aktivitäten, sind ebenso positive Effekte für das Herz-Kreislaufsystem, Immunsystem und die Psyche bemerkbar. Vor allem Bewegung in der Natur, zum Beispiel wandern, trägt zur Senkung des Blutdrucks bei und hilft dem Stress des Alltags zu entfliehen. Darüber hinaus fördert Sport die soziale Komponente, denn oftmals wird Sport in größeren Gruppen betrieben, was psychologische Vorteile mit sich bringt.

Durch eine größere Gruppe mit Menschen, die dasselbe Ziel verfolgen, wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Teamgeist. Dadurch werden Personen, die eventuell in einem psychischen Loch stecken, geholfen, indem sie in der Gemeinschaft neue Ziele entdecken und der Wille geweckt wird, diese auch zu erreichen.

Jeder ist für sich verantwortlich

Obwohl der Sport vom Teamgeist und dem Miteinander abhängig ist, hat jeder zuerst für sich die Verantwortung. Nur ein williger Mensch wird die Motivation dazu finden, seinen täglichen Ablauf zu ändern und regelmäßig neue Herausforderungen in Angriff zu nehmen und zu meistern, auch wenn man manchmal seine Grenzen erreicht. Die Kunst darin ist die Kontinuität der Sache. Das bedeutet, dass man nur Erfolg hat, wenn man eine Sache anfängt und mit Überzeugung weiter führt.

Dabei ist es weniger wichtig, wie hoch die Intensität anfangs ist. Der Erfolg wird sich einstellen und von Mal zu Mal größer werden. Beginnt man früh genug damit, stellt man die Weichen für ein vitales Leben, selbst im höheren Altern. Dazu kommt, dass statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken um ca 40% sinkt, wenn man sich sportlich betätigt.

Jeder dieser Gründe sollte genug sein, um den inneren Schweinehund zu überwinden. Der schwierigste Teil ist nämlich nur die Entscheidung anzufangen.