Literatur, Review

Gedichtinterpretation “Willkommen und Abschied”

Das Gedicht „Willkommen und Abschied“ von Johann Wolfgang von Goethe gehört zur Gattung der Liebeslyrik. Das 1771 entstandene Werk handelt von einem Mann, dem lyrischen Ich, der sich nach einem Ritt durch die Nacht mit seiner Geliebten trifft. Der erste Eindruck des Gedichts ist, dass es leicht zu verstehen und fließend zu lesen ist.

Stile

Der Text besteht aus 4 Strophen zu je 8 Verszeilen, welche in einem Kreuzreim gegliedert sind. Der häufigste Verstakt ist Jambus, welcher durch eine Senkung und danach einer Hebung charakterisiert ist. Da der Nominalstil vorherrscht, wirkt das Gedicht eher sachlich erzählt, was jedoch durch eine emotionale Sprache aufgelockert wird. Dies kann man an folgenden Satz erkennen: „Ganz war mein Herz an deiner Seite, und jeder Atemzug für dich“. Aus der gehobenen Wortwahl des lyrischen Ichs kann man erkennen, dass er vielleicht eine adelige Herkunft besitzt. („Mein Geist war ein verzehrend Feuer, mein ganzes Herz zerfloß in Glut“)

Rethorische Mittel

Johann Wolfgang von Goethe verwendet Zeilensprünge, aber auch den Parallelismus. Die erste Strophe ist stark mit sprachlichen Bilder geschmückt („Wo Finsternis aus dem Gesträuche mit hundert schwarzen Augen sah“), je länger das Gedicht, desto weniger werden es. Alliterationen und Pausen sind nicht zu erkennen.

Inhalt

Durch den Titel „Willkommen und Abschied“ lassen sich bereits Rückschlüsse auf den Inhalt des Textes schließen. Das lyrische Ich – ein Mann von adeliger Herkunft, der glaubt, die Liebe seiner jungen Geliebten nicht verdient zu haben – reitet nachts durch einen Wald, um sich mit seiner Angebeteten zu treffen. In der dritten Strophe erblicken sie sich, daher kann man diesen Abschnitt als Höhepunkt deuten. Der Abschied scheint sehr traurig und schmerzhaft für das lyrische Ich zu sein.

Der Autor

Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe wurde 1749 in Frankfurt geboren. Als Sohn eines wohlhabenden Juristen wurde er vorwiegend von seinem Vater unterrichtet. Er studierte Jura in Leipzig, später in Straßburg, wo er sich 1770 in die Pfarrerstochter Friederike Brion verliebt. Er verließ sie im Sommer 1771, wo er wahrscheinlich anschließend das Gedicht „Willkommen und Abschied“ verfasste. Der Dichter starb 1832, nach mehreren Beziehungen, in Weimar. Das Werk lässt sich als eine Beschreibung der Liebe und den schmerzhaften Abschied von einer geliebten Person darstellen.

Zusammenfassung

Aus diesem Text kann man die hartnäckige Liebe und die Gefühle für eine Frau des lyrischen Ichs herauslesen. Der lockere Schreibstil von Johann Wolfgang von Goethe lässt das Gedicht trotz seines eigentlich traurigen Inhalts lebendig wirken.